Signierte Vinyl-Cover :

 

- 3 Times 6
- à;GRUMH
- A Split-Second
- Alphaville
- And One
- Anne Clark
- Armageddon Dildos
- Axodry
- Big Country
- Bigod 20
- Blancmange
- Blind Vision
- Borghesia
- Boytronic
- Bronski Beat
- BROS
- C. C. Catch
- Camouflage
- Cat Rapes Dog
- China Crisis
- Catastrophe Ballet
- Dance Or Die
- Deine Lakaien
- Depeche Mode
- Death In June
- Desireless
- D.A.F.
- Die Krupps
- Dive
- Erasure
- Extrabreit
- Fancy
- FEE
- Fine Young Cannibals
- Fischer-Z
- Fräulein Menke
- Front 242
- Front Line Assembly
- Gabi Delgado
- Hante
- Heaven 17
- History Of Art
- Howard Jones
- Hubert Kah
- IC Falkenberg
- Invisible Limits
- Jawoll
- Joachim Witt
- John Foxx
- Kirlian Camera
- Kode IV
- Konzept
- Kraftwerk
- Leaether Strip
- Lene Lovich
- Lost Image
- M. L. Gore
- Markus
- Men Without Hats
- Metropolis
- Micro Chip League
- Midge Ure
- Mike Mareen
- Moskwa TV
- Negapadres
- New Order
- Nitzer Ebb
- Nylon Euter
- P. Lion
- Parade Ground
- Paranoid
- Paso Doble
- Peter Schilling
- Poupée Fabrikk
- Propaganda
- Project Pitchfork
- Psyche
- Real Life
- Rheingold
- Sandra
- Scope
- Scritti Politti
- Signal Aout 42
- Sixth Comm
- Skinny Puppy
- Stalingrad
- T´Pau
- TXT
- The Assembly
- The Cassandra Complex
- The Dancing Zone
- The Force Dimension
- The Invincible Spirit
- The Neon Judgement
- The Twins
- The Weathermen
- Thompson Twins
- Tommi Stumpff
- Two Of Us
- Tyrell Corp.
- UKW
- Ultravox
- Umo Detic
- Various Artists
- Vanishing Heat
- Veljanov
- VNV Nation
- Visage
- Yazoo
- Yello

 

Signierte Cover : Ultravox

 

Alle 7”, 12” und LP´s signiert von Midge Ure, außer dem Album “Ha! Ha! Ha!” von John Foxx.

 

7” : Hymn

7” : Love´s Great Adventure

7” : Reap The Wild Wind

7” : Same Old Story

7” : Vienna

 

7” : We Came To Dance

12” : Reap The Wild Wind

12” : Same Old Story

12” : Vienna

LP : Ha! Ha! Ha!

 

LP : Lament

LP : Monument The ...

LP : Quartett

LP : Rage In Eden

LP : The Collection

 

LP : U-Vox

LP : Vienna

 

 

Ultravox ist eine 1974 in London gegründete britische Band, die zu den bedeutendsten und stilbildendsten Bands der New-Wave- und New-Romantic-Bewegung gehört. 1979 wurde Gründungsmitglied und Sänger John Foxx von Midge Ure abgelöst und die kommerziell erfolgreichste Phase eingeleitet. Von 1980 bis 1986 verzeichnete die Band mit Songs wie Vienna, Hymn und Dancing with Tears in My Eyes mehrere Top-Ten-Platzierungen in zehn europäischen Ländern, Australien, Neuseeland und Südafrika. Das stilistische Konzept wechselte Ende der 1970er-Jahre unter Foxx zunächst vom experimentellen Art Punk und Glam Rock zu einem Synthesizer-dominierten Stil und wurde später mit Ure um gitarrenlastige Rockelemente ergänzt. Zwei Jahre nach der Veröffentlichung des bis dahin letzten Albums gab die Band 1988 ihre Auflösung bekannt.

Zum 30-jährigen Jubiläum ihrer Hitsingle Vienna kam Ultravox in der Besetzung der 1980er-Jahre erneut zusammen. Im Rahmen einer Reunion-Tournee spielte die Band 2009 und 2010 mehrere Konzerte in Großbritannien und anderen europäischen Ländern. Am 25. Mai 2012 wurde das Studioalbum Brilliant veröffentlicht.

Die Band, die später als Ultravox bekannt wurde, bildete sich im Frühjahr 1973, als Kunststudent und Sänger Dennis Leigh per Inserat nach Musikern suchte. Dem Aufruf folgten zunächst Gitarrist Stevie Shears und Bassist Chris St. John, mit bürgerlichem Namen Chris Allen und Bruder von Jeffrey Allen, damals Schlagzeuger der Band Hello. Warren Cann kam im Mai 1974 hinzu und komplettierte am Schlagzeug die erste Besetzung. Frühe Erfahrungen vor Publikum sammelte die Band bei einem Auftritt im Vorprogramm der Heavy Metal Kids am 16. August 1974 im legendären Londoner Marquee Club, bevor der klassisch ausgebildete Musikstudent und Violinist Billy Currie im Oktober 1974 zur Gruppe stieß. Das Quintett veröffentlichte im März 1975 unter dem Namen Tiger Lily beim Plattenlabel Gull Records in Großbritannien nur eine Single Ain’t Misbehavin’, eine Coverversion des gleichnamigen Liedes von Jazz-Pianist Fats Waller für den Soundtrack zu einem Erwachsenenfilm. Die Gage investierte die Band in ein elektrisches Piano für Currie. Der Name Tiger Lily wurde nach kurzer Zeit wieder aufgegeben. Die Band kam 1975 in Kontakt mit Steve Lillywhite, der ihnen die Polygram-Studios zur Verfügung stellte, wenn diese nicht belegt waren. Das Quintett stellte dort innerhalb eines Jahres zwölf Demobänder zusammen. Nach mehreren Umbenennungen in The Zips, Fire of London, London Soundtrack und kurzzeitig The Damned – nicht zu verwechseln mit der Punkband The Damned – entschied sich das Quintett 1976 für den von Leigh vorgeschlagenen Namen Ultravox!. Das Ausrufezeichen hinter dem Bandnamen war eine Reminiszenz an die Düsseldorfer Krautrock-Band Neu!. St. John nahm den Künstlernamen Chris Cross an, Leigh nannte sich fortan John Foxx.

Chris Blackwell von Island Records nahm die Band im November 1976 nach der Trennung von Roxy Music unter Vertrag. Der Zeitpunkt der Verpflichtung und die Tatsache, dass die Band nur selten live aufgetreten war, führten in der Musikpresse zunächst zu der Annahme, Ultravox! sei ein Projekt von Studiomusikern, die Island als Nachfolger für Roxy Music zusammengestellt habe. In Zusammenarbeit mit den Produzenten Brian Eno, Ex-Mitglied von Roxy Music, und Steve Lillywhite wurde am 4. Februar 1977 die erste Single Dangerous Rhythm veröffentlicht. Am 25. Februar des gleichen Jahres folgte das Album Ultravox!. Der New Musical Express hielt die Band für Wichtigtuer und Langweiler, konnte der Musik aber auch etwas Positives abgewinnen. Die Presse blieb distanziert, da sie das Konzept der Band nicht einordnen konnte. Am 28. Mai wurde die zweite Single Young Savage veröffentlicht, die heute von britischen Musikjournalisten als einer der besten Punksongs bezeichnet wird. Trouser Press siedelte sie „in der Kluft zwischen Glamrock und Punk“ an. Die Tour zum Album begann in Großbritannien und führte die Band auch nach Frankreich, Belgien und in die Niederlande. Die ersten nennenswerten Gagen investierte Ultravox in neue Instrumente, darunter einen Synthesizer vom Typ ARP Odyssey.

Das zweite Album Ha!-Ha!-Ha! folgte am 14. Oktober 1977 und wurde für den Sound der Band prägend. Der Einsatz des ARP Odyssey durch Currie, verzerrt durch einen Gitarrenverstärker, wurde ein klangliches Markenzeichen von Ultravox. Aus dem Album wurde ebenfalls im Oktober die Single ROckWrok ausgekoppelt. Nach der Promotion-Tour für Ha!-Ha!-Ha! veröffentlichte Island im Februar 1978 die Live-EP Retro, im März 1978 folgten Auftritte in Berlin und Hamburg. Shears Fähigkeiten an der Gitarre betrachtete die Band als limitierenden Faktor. Für das nächste Album wurde er durch Robert Simon alias Robin Simon, ein ehemaliges Mitglied der britischen Punkband Neo, ersetzt. Das Ausrufezeichen im Bandnamen entfiel. In dieser Besetzung traten sie im Mai 1978 live bei BBCs Old Grey Whistle Test und im August beim Reading Festival auf und förderten ihre Popularität.

Das dritte Album Systems of Romance produzierten Ultravox zusammen mit Conny Plank in dessen Studio in Neunkirchen-Seelscheid bei Köln. Das Album wurde nach der Single Slow Motion am 11. September 1978 veröffentlicht. Es markiert die erste Zusammenarbeit mit dem deutschen Produzenten, welche die verstärkte Nutzung von Synthesizern im Ultravox-Sound einleitete. Die im Oktober 1978 nur in Großbritannien veröffentlichte Single Quiet Men sowie die anschließende Tour durch Großbritannien und weitere europäische Länder verbreiterte die Fangemeinde und steigerte die Verkaufszahlen; auch in Deutschland erhöhte sich der Bekanntheitsgrad durch insgesamt 15 Auftritte. Dennoch entschloss sich Island, den Plattenvertrag am 1. Januar 1979 aufzulösen, da der kommerzielle Durchbruch ausblieb und die Band sich musikalisch vom Glam- und Punkrock entfernte.

Systems of Romance wurde durch die Kombination von Lyrik und Synthesizersound ein Meilenstein für Ultravox und Klischee für ein ganzes Genre. Später wurde der Begriff Synthie Pop für die „Synthesizer-beherrschten Klangebilde“ von Ultravox prägend. Die Musiker wurden als „Ziehväter heutiger Synthesizer-Bands“ bezeichnet. Simon Reynolds urteilt in seinem Buch Rip It Up And Start Again: „Was Ultravox ganz entschieden zu Vorläufern der Synthiepop-Welle der Achtzigerjahre machte, waren ihre europäische Aura und die unterkühlte Bildwelt der Entmenschlichung und Dekadenz, die der Sänger und Textschreiber John Foxx entwarf.“

Von der Band teilweise selbst finanziert, startete die Tournee durch die Vereinigten Staaten im Februar 1979 in New York und endete im März in Los Angeles mit dem Ausstieg von Foxx, der eine Solokarriere anstrebte und der Band den Namen überließ. Simon blieb nach dem Ausstieg in den USA und schloss sich zunächst Magazine und später John Foxx an, dessen Album The Garden von ihm an der Gitarre begleitet wurde. Das verbliebene Trio stand ohne Plattenvertrag sowie ohne Sänger und Gitarristen vor dem finanziellen Aus. Billy Currie verdingte sich als Keyboarder bei Gary Numan für dessen Album The Pleasure Principle und knüpfte Kontakte zum Londoner Nachtclub Billy’s, einem Vorläufer des legendären Blitz von Steve Strange. Dessen Haus-DJ und Schlagzeuger Rusty Egan machte Currie mit dem Schotten Midge Ure bekannt, mit dem er zusammen bei Rich Kids gespielt hatte. Ure war mit passablem Erfolg als Gitarrist und Sänger bei der Teen-Popband Slik und später als Sänger, Gitarrist und Keyboarder bei der Power-Pop-Formation Rich Kids tätig gewesen. Strange, Egan und Ure begannen zu diesem Zeitpunkt ein gemeinsames Projekt namens Visage, dem sich auch Currie anschloss. Currie stellte Ure seinen Bandkollegen vor, woraufhin dieser im April 1979 bei Ultravox einstieg. Ultravox probte die vorhandenen Songs mit Ure und begann als Quartett, neue Songs zu schreiben.

Bis zu einem neuen Plattenvertrag hielten sich die Bandmitglieder im Sommer 1979 durch Mitwirkung bei Konzerten anderer Musiker über Wasser: Ure sprang bei der USA-Tournee von Thin Lizzy als Gitarrist für den ausgestiegenen Gary Moore ein, Currie bei der Touring Principles-Tour von Gary Numan und Cann bei Zaine Griff. Bei dieser Gelegenheit lernte Cann den deutschen Filmkomponisten Hans Zimmer kennen. Daraufhin trat Cann in der englischen Fernsehsendung Top of the Pops als Schlagzeuger der Buggles für den Song Video Killed the Radio Star auf, da die Buggles ein reines Studioprojekt waren. Cross half bei James Honeyman-Scott (The Pretenders) und Barry Masters (Eddie & the Hot Rods) aus. Im November und Dezember 1979 setzte Ultravox die Tour durch die Vereinigten Staaten mit neuem Sänger und überwiegend alten Songs fort. Die Verbindung mit Visage rückte Ultravox bei Medien und Fans häufig in die Nähe der New-Romantic-Bewegung, da Ure und Currie zu diesem Zeitpunkt in beiden Bands spielten und Visage vorwiegend dieser Modewelle zugeordnet wurde. Ure und Currie waren an den beiden ersten Visage-Alben Visage und The Anvil beteiligt und verließen danach das Projekt. Die Einnahmen aus der von Currie und Chris Payne komponierten und von Ure getexteten Visage-Single Fade to Grey investierte Ultravox wieder in neue Instrumente.

Nach der Tour machte die Band im Februar 1980 Chrysalis Records auf sich aufmerksam und erhielt im April einen Plattenvertrag. Ultravox verpflichtete Chris Morrison und Chris O’Donnell, das Managementteam von Thin Lizzy und Phil Lynott, als Manager der Band.[14] Das erste Chrysalis-Album Vienna nahm die Band bei RAK Records in London auf. Plank übernahm in seinem Studio die Abmischung. Das Album wurde am 11. Juli 1980 veröffentlicht. Aus dem Album wurden insgesamt vier Singles ausgekoppelt: Sleepwalk, Passing Strangers, das Titelstück Vienna und All Stood Still. Drei Singles konnten sich in den britischen Singlecharts platzieren, Vienna stand vier Wochen lang auf Platz zwei. Das Album erreichte Platin-Status für mehr als 300.000 und die gleichnamige Single Gold-Status für mehr als 400.000 verkaufte Tonträger. Der einsetzende kommerzielle Erfolg veranlasste Island Records, am 6. Juni 1980 unter dem Titel Three into One ein Best-of-Album mit Songs aus der Island-Zeit herauszubringen. Anfang 1981 wurde die Single Slow Motion neu veröffentlicht und erreichte Platz 33. Auch außerhalb Großbritanniens blieb der kommerzielle Erfolg nicht aus: Vienna eroberte in Irland, den Niederlanden und Belgien die Chartspitze und in Australien Platz 11, in Neuseeland Platz 2 sowie in Südafrika Platz 8. Die britische Presse ließ für die „atmosphärische Elektronik“ nicht „den geringsten Zweifel an ihrer musikalischen Meisterschaft“ Der Ultravox-Sound erreichte durch Ures prägnante Stimme und präzise Gitarrenriffs einen hohen Wiedererkennungswert.

Im Juni 1981 versammelte sich die Band erneut im Studio von Plank, um das Album Rage in Eden aufzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt verfügten Ultravox lediglich über einige neue Songfragmente, jedoch hatten sie keine fertig ausgearbeiteten Stücke bereit. Ein Großteil des Materials wurde erst im Studio komponiert. Die erste Single The Thin Wall wurde am 14. August 1981 veröffentlicht, das Album selbst am 11. September. Am 29. Oktober 1981 wurde mit The Voice die zweite Single ausgekoppelt. Beide Singles erreichten die britischen Top 20, das Album die britischen Top 10 und Gold-Status. Im deutschsprachigen Raum konnte sich nur das Album in den deutschen Top 50 platzieren. Teilweise entstanden ausgefallene Arrangements, die sich dem Zuhörer nicht auf Anhieb erschließen. So wurde beispielsweise die Titelzeile aus I Remember (Death in the Afternoon) (Audio-Datei / Hörbeispiel Hörbeispiel?/i) im Hintergrund des Titelstückes Rage in Eden rückwärts eingespielt. Die B-Seiten der Singles umfassten – wie schon bei Vienna – Songs, die nicht auf den Alben enthalten waren und erst zehn Jahre später auf den beiden Rare-Alben neu veröffentlicht wurden. In kreativer Weise nutzte die Band die technischen Möglichkeiten der damaligen Zeit und festigte ihren eigenen Stil. Das Presseecho war geteilt: Während Melody Maker „Bestätigung, Konsolidität und Stil“ erkannte, fand Creem das Werk „steril, inhuman und faschistisch“. Im Anschluss an die Veröffentlichung startete die Band eine sechsmonatige Welttournee mit mittelmäßiger Resonanz in den Vereinigten Staaten.

1982 wurde das nächste große Projekt der Band eingeleitet. Nach zwei Studioalben und kommerziellem Erfolg in Europa und Asien wurde mit George Martin der Erfolgsproduzent der Beatles für das dritte Chrysalis-Album Quartet verpflichtet, um in den USA den Durchbruch zu schaffen. Das Album wurde in etwa vier Wochen in den Londoner AIR Studios aufgenommen und auf der Karibikinsel Montserrat fertiggestellt. Zunächst veröffentlichte die Band am 16. September 1982 die Single Reap the Wild Wind, einen Monat später das Album. Anschließend wurden mit Hymn, Visions in Blue und We Came to Dance drei weitere Singles ausgekoppelt. Alle Titel erreichten Platzierungen in den britischen Top 20, Hymn Platz 9 in Deutschland und Platz 6 in der Schweiz. Mit Quartet erreichte Ultravox Platz 63 in den Billboard 200. Mit der Single Reap the Wild Wind und Platz 71 in den Billboard Hot 100 hatte die Band die einzige Chartplatzierung einer Single in den USA. Die Süddeutsche Zeitung nannte Ultravox „die führenden Vertreter der elektronisch aufbereiteten Rockmusik“. Im November 1982 startete die Band die zweite Welttournee, die im Mai 1983 in Japan endete und wegen des Bühnenbildes auch als Monument-Tour bezeichnet wurde. Im Hintergrund der Bühne stand eine Gebäudefassade, die Lichttechnik wurde an klassisch anmutenden Säulen befestigt. Hervorzuheben sind die Konzerte vom Dezember 1982 im Londoner Hammersmith Odeon, weil sie für das Livealbum Monument – The Soundtrack und ein 31-minütiges VHS-Video mitgeschnitten wurden. Die für die Bühnenauftritte notwendige Synthesizer- und Bühnentechnik nahm die Züge einer Materialschlacht an, was die Band später zu einem Umdenken brachte: Chris Cross bekannte im Tourbook für die spätere U-Vox-Welttournee 1986/87: „No more gothic monstrosities!“ („Keine schauerlichen Monstrositäten mehr“).

1984 veröffentlichte die Band mit Lament das vierte Studioalbum bei Chrysalis. Durch Nutzung eigener Tonstudios hatten die Musiker mehr Freiräume bei der kompositorischen Arbeit. Das Album wurde in Ures Musicfest Studio in London aufgenommen und selbst produziert. Es wurden vier Singles veröffentlicht, von denen Dancing with Tears in My Eyes auch außerhalb Großbritanniens ein kommerzieller Erfolg war. Die Presse sprach vom bekannten „englischen Kathedralen-Sound“ und „altbekannten Floskeln“, obwohl das Album unter anderem durch weibliche Backing Vocals und vorprogrammierte Gesangssamples stilistisch eine Weiterentwicklung darstellte. Bis 1984 gehörte Ultravox zu den erfolgreichsten Bands der New-Wave-Zeit und wurde mit Bands wie Depeche Mode und The Cure in einem Atemzug genannt. Neben den eigenen Alben steuerten Ure und Cross auch die Musik zum Levi’s-Werbespot Rivets bei und komponierten die Titelmusik zum Spielfilm Max Headroom, der Auftakt für eine nachfolgende Serie gleichen Namens war.

Midge Ure schrieb im November 1984 zusammen mit Bob Geldof Do They Know It’s Christmas? für das Band-Aid-Projekt, um Geld gegen die Hungersnot in Äthiopien zu sammeln. 1985 machte Ultravox eine kreative Pause, weil Ure mit den Vorbereitungen für Live Aid und seinem ersten Soloalbum beschäftigt war. Die Schaffenspause wurde mit dem Best-of-Album The Collection und der gleichnamigen Zusammenstellung der Videos auf VHS überbrückt. Ultravox trat am 13. Juli 1985 im legendären Live Aid-Konzert im Wembley-Stadion letztmals vor der Reunion 2009 in der Besetzung Ure, Currie, Cross und Cann auf. Cann verließ die Band nach musikalischen Differenzen während der Vorbereitung des nächsten Albums. Ures Engagement für andere Projekte sowie Canns Ausscheiden stellten die Band vor eine Belastungsprobe und bildeten den entscheidenden Auslöser für das spätere Zerwürfnis.

1986 erschien das von Plank koproduzierte und in Köln sowie in Curries Hot Food Studios in London aufgenommene Album U-Vox im Bestreben, die Band angesichts der ausklingenden New Wave-Bewegung musikalisch weiterzuentwickeln. Neben Plank wurde erneut George Martin als Produzent verpflichtet. Der Schlagzeuger Mark Brzezicki von Big Country ersetzte Warren Cann. Die Versuche, neue Wege zu beschreiten, kamen insbesondere in dem Einsatz von Blechbläsern bei Same Old Story und The Prize, der Zusammenarbeit mit der irischen Folkgruppe The Chieftains für die Single All Fall Down und der von George Martin arrangierten und mit Orchester eingespielten Single All in One Day zum Ausdruck. Der kommerzielle Erfolg für U-Vox blieb jedoch aus. Rückblickend bezeichneten Ure und Currie das musikalische Vermächtnis der Band in Form des letzten gemeinsamen Studioalbums aus den 1980er-Jahren als schlecht. Nach der anschließenden Welttournee gingen die Bandmitglieder ab 1987 getrennte Wege und verkündeten im November 1988 die Auflösung von Ultravox.

Im November 1988 startete Billy Currie abermals eine Zusammenarbeit mit Robin Simon. Aufgrund juristischer Auseinandersetzungen mit Midge Ure um die Rechte an den früheren Werken konnte Currie den Bandnamen Ultravox zunächst nicht verwenden. Ein musikalisch kurzlebiges Folgeprojekt namens Humania entstand unter anderem mit Ray Weston am Schlagzeug, der später zu Wishbone Ash wechselte. Die Band spielte etwa ein Jahr lang zusammen und beschränkte sich auf Liveauftritte. Erst 2006 wurde von Currie ein Album unter dem Namen Sinews of the Soul veröffentlicht. Es enthält auch zwei neu eingespielte Versionen der Ultravox-Songs Can’t Stay Long (im Original I Can’t Stay Long) und Lament.

Nach Lösung der rechtlichen Probleme reaktivierte Currie 1992 den Namen Ultravox mit wechselnden Bandmitgliedern und einer überarbeiteten Version des Hits Vienna. 1993 folgte das in Zusammenarbeit mit Tony Fenelle eingespielte Album Revelation, das bei Fans und Kritikern durchfiel. Mit neuer Besetzung um Sänger Sam Blue und Gitarrist Vinny Burns erschien 1994 das Album Ingenuity. 1995 wurde zudem die Liveproduktion Future Picture mit Material einer Italien-Tour vom Sommer 1993 herausgebracht. Dem Gesangsstil von Blue attestierten Rezensenten zuweilen Ähnlichkeiten mit der Stimme von Midge Ure. Auch der Sound einiger Songs wie Ingenuity, Ideals oder Majestic wies aufgrund der Currie-typischen Synthesizerklänge Parallelen zum musikalischen Stil der früheren Titel auf. Dennoch konnte auch dieses Album nicht an die kommerziellen Erfolge der 1980er-Jahre anknüpfen.

Der Kontakt der Bandmitglieder untereinander riss kurz nach der Auflösung von Ultravox im Jahr 1988 fast vollständig ab. Midge Ure und Billy Currie beschritten Solopfade als Musiker und Produzenten, Chris Cross und Warren Cann traten musikalisch nicht mehr öffentlichkeitswirksam in Erscheinung. Cross praktizierte viele Jahre in Schottland als Psychotherapeut, Cann ließ sich in Los Angeles nieder und suchte als Arrangeur die Nähe zur Filmindustrie.

Ure und Currie kamen anlässlich der Neuauflage der fünf Chrysalis-Alben wenige Tage nach Veröffentlichung der Remastered Definitive Edition von Vienna zusammen, um eine Akustikversion des Titelstückes zu Promotionszwecken zu spielen. Der Song wurde am 2. Oktober 2008 in den Abbey Road Studios aufgenommen und im britischen Radiosender Absolute Radio in der Geoff Lloyd’s Hometime Show live ausgestrahlt. In der auch 2008 noch aktiven Fangemeinde sorgte der gemeinsame öffentliche Auftritt beider Musiker genau 20 Jahre nach Auflösung der Band und fast 30 Jahre nach Produktion des Albums Vienna für großes Aufsehen. Zuvor hatte bereits Chris O’Donnell – früher Bandmanager und gegenwärtig Konzertveranstalter bei Live Nation – alle vier ehemaligen Mitglieder der Formation aus den 1980er-Jahren kontaktiert und die Chancen eines Comebacks ausgelotet.

Anfang November 2008 wurde die in Anlehnung an das 1981er-Album Return to Eden genannte Reunion-Tournee bekannt gegeben. Mehr als 23 Jahre nach ihrem letzten gemeinsamen Auftritt bei Live Aid gaben Ure, Currie, Cross und Cann von Mitte April bis Anfang Mai 2009 insgesamt 17 Konzerte in Großbritannien und Irland. Der Mitschnitt im Londoner Roundhouse am 30. April 2009 diente als Basis für das ein Jahr später veröffentlichte Livealbum Return to Eden – Live at the Roundhouse. Ausverkaufte Hallen zeugten von einer sehr guten Publikumsresonanz, die die Band zur Teilnahme am Isle of Wight Festival und Lokerse Feesten in Belgien sowie zu einer Zusatzveranstaltung in Duisburg veranlasste. Eine Fortsetzung der Konzertreihe in Großbritannien und anderen europäischen Ländern inklusive Deutschland und der Schweiz fand im Frühjahr 2010 unter dem Titel Return to Eden Part II statt. Im August 2010 hatte die Band unter anderem sechs Auftritte beim Forever Young Festival in Schweden zusammen mit anderen Vertretern der New-Wave-Ära wie Alphaville und The Human League. Ende März 2011 erschien die EP Moments from Eden mit Livemitschnitten der zweiten Return to Eden-Konzertreihe zunächst bei Online-Musikdiensten und Anfang Mai in Form einer limitierten und künstlerisch aufgewerteten Ultimate Deluxe Edition als kombinierte CD- und 10"-Vinyl-Version.

Nach fast zweijähriger Vorbereitungszeit veröffentlichte Ultravox am 25. Mai 2012 das elfte Studioalbum Brilliant. Es erschien nach einem zwischenzeitlichen Wechsel des Plattenlabels bei EMI Records und wurde von Stephen Lipson produziert, der bereits mit Bands und Künstlern wie Frankie Goes to Hollywood, Propaganda, Grace Jones und Annie Lennox zusammengearbeitet hatte. Von September bis November 2012 begab sich die Band mit altem und neuem Material erneut auf Konzertreise durch Europa. Zum Start der Brilliant-Tournee kam eine weitere EP mit der Singleauskopplung Live und drei zusätzlichen Titeln 7/8 (Studio Instrumental), We Stand Alone und Astradyne (jeweils Live Return to Eden Part II 2010) heraus. Darüber hinaus ist ein Livemitschnitt vom 27. September 2012 mit 24 der im Londoner Hammersmith Apollo gespielten 27 Titel als Doppel-CD oder MP3-Download bei Live Here Now erhältlich.

Ende November 2013 spielte Ultravox in Großbritannien vier knapp einstündige Konzerte als Special Guests der schottischen Band Simple Minds im Rahmen ihrer Greatest Hits Tour.

 

 

 

 

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