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Alle signierten Cover :

 

- 3 Times 6
- à;GRUMH
- A Split-Second
- Alphaville
- And One
- Anne Clark
- Armageddon Dildos
- Axodry
- Big Country
- Bigod 20
- Blancmange
- Blind Vision
- Borghesia
- Boytronic
- Bronski Beat
- BROS
- C.C. Catch
- Camouflage
- Cat Rapes Dog
- China Crisis
- Catastrophe Ballet
- Dance Or Die
- Deine Lakaien
- Depeche Mode
- Death In June
- Desireless
- D.A.F.
- Die Krupps
- Dive
- Erasure
- Extrabreit
- Fancy
- FEE
- Fine Young Cannibals
- Fischer-Z
- Fräulein Menke
- Front 242
- Front Line Assembly
- Gabi Delgado
- Hante
- Heaven 17
- History Of Art
- Howard Jones
- Hubert Kah
- IC Falkenberg
- Invisible Limits
- Jawoll
- Joachim Witt
- John Foxx
- Kirlian Camera
- Kode IV
- Konzept
- Kraftwerk
- Leaether Strip
- Lene Lovich
- Lost Image
- M. L. Gore
- Markus
- Men Without Hats
- Metropolis
- Micro Chip League
- Midge Ure
- Mike Mareen
- Moskwa TV
- Negapadres
- New Order
- Nitzer Ebb
- Nylon Euter
- P. Lion
- Parade Ground
- Paranoid
- Paso Doble
- Peter Schilling
- Poupée Fabrikk
- Propaganda
- Project Pitchfork
- Psyche
- Real Life
- Rheingold
- Sandra
- Scope
- Scritti Politti
- Signal Aout 42
- Sixth Comm
- Skinny Puppy
- Stalingrad
- T´Pau
- TXT
- The Assembly
- The Cassandra Complex
- The Dancing Zone
- The Force Dimension
- The Invincible Spirit
- The Neon Judgement
- The Twins
- The Weathermen
- Thompson Twins
- Tommi Stumpff
- Two Of Us
- Tyrell Corp.
- UKW
- Ultravox
- Umo Detic
- Various Artists
- Vanishing Heat
- Veljanov
- VNV Nation
- Visage
- Yazoo
- Yello

 

 

Signierte Cover : Nitzer Ebb

 

7” : Murderous

12” : Control I´m Here

12” : Control I´m Here

12” : Hearts & Minds

12” : Isn´t It Funny How ...

 

12” : Lightning Man

12” : Murderous

12” : DM-NE-F.242 Megamix

2x12” : Godhead

LP : Belief

 

LP : Ebbhead

LP : Showtime

LP : Scandinavia Tour

LP : That Total Age

 

 

Nitzer Ebb ist ein EBM-Projekt, das 1982 in Chelmsford (England) von den Teenagern Bon Harris, David Gooday und dem Leadsänger Douglas McCarthy gegründet wurde. Mit der Wahl des Bandnamens und dem für die englische Sprache ungewöhnlichen „tz“ wollten sich Nitzer Ebb von der britischen Musikszene abgrenzen.

Zu den musikalischen Vorbildern von Nitzer Ebb zählen unter anderem DAF, Kraftwerk, Einstürzende Neubauten, Die Krupps und Malaria!. Aus einer einmaligen Zusammenarbeit mit Die Krupps resultierte The Machineries of Joy, ein Remake des Titels Wahre Arbeit – Wahrer Lohn, der einen Achtungserfolg in den US Billboard Dance Charts hatte.

1985 erschien auf dem bandeigenen Label Power of Voice die Single Isn’t It Funny How Your Body Works. Den ersten Erfolg und die erste Beachtung in den Fachmagazinen erfuhr das jugendliche Trio mit ihrem Debütalbum That Total Age auf Mute Records, dem Label von Daniel Miller, auf dem unter anderem Depeche Mode unter Vertrag stehen. Als Vorgruppe von Depeche Mode auf der Europatournee 1988 erregten Nitzer Ebb vor allem in Deutschland, Frankreich, Belgien und Skandinavien Aufmerksamkeit.

Nach einigen Umbesetzungen reduzierte sich das Trio auf Bon Harris und Douglas McCarthy. Das nächste Album Showtime (1990) enthält die meistverkauften Single-Auskoppelungen Lightning Man und Getting Closer. Es folgte eine ausgedehnte Welt-Tournee, ein Höhepunkt für Nitzer Ebb. Ein Jahr später erschien die EP As Is, inklusive des von Alan Wilder produzierten Come Alive. 1992 wirkte McCarthy bei dessen Seitenprojekt Recoil mit und nahm das Alex-Harvey-Cover Faith Healer auf. Das Experimentieren mit Rockelementen auf dem nächsten von Flood und Alan Wilder produzierten Album Ebbhead wurde von vielen Fans kritisiert und die Verkaufszahlen erreichten im Vergleich zu den vorangehenden Werken einen Tiefpunkt. Der musikalische Wendepunkt mit Big Hit sollte 1995 für einen Umschwung sorgen, der allerdings das Gegenteil erreichte. Die Mitglieder von Nitzer Ebb gingen anschließend getrennte Wege.

Bon Harris tauchte später als Produzent bei Marilyn Manson und The Smashing Pumpkins auf. Sänger McCarthy erschien 1997 erneut an der Seite von Alan Wilder bei Recoil und wirkte bei zwei Titeln auf dem Album Unsound Methods gesangstechnisch mit. Nach seiner Hochzeit begann der mittlerweile 30-jährige McCarthy mit einem Studium der Design- und Filmwissenschaft in Cambridge. Nach seinem erfolgreichen Abschluss arbeitete er als Video- und Filmdesigner in London.

Fünf Jahre später überredete der französische Techno-DJ Terence Fixmer – ein Fan von Nitzer Ebb – McCarthy zu einer Zusammenarbeit. Für Novamute erstellte Fixmer zunächst einen Remix von Let Your Body Learn; die B-Seite beinhaltet einen Hacker-Remix von Control I’m Here. Unter anderem existieren auch Remixe von Shame und Join in the Chant von Derrick May und T. Heckmann. Unter dem Projekt-Namen Fixmer/McCarthy erschienen später die Alben Between the Devil (2004) und Into the Night (2008).

Nach zahlreichen Bitten entschlossen sich Bon Harris und Douglas McCarthy wieder gemeinsam als Nitzer Ebb aufzutreten. Ihr erstes Reunion-Konzert fand vor mehreren tausend Besuchern auf dem Wave-Gotik-Treffen im Juni 2006 statt. Bei Mute Records wurde dieses Comeback mit dem Best-of-Album Body of Work 1984-1997 gewürdigt, begleitet von einer Tournee mit zahlreichen Auftritten im Jahr 2006. Seit September 2007 ist auch wieder Jason Payne Mitglied von Nitzer Ebb. Jason Payne war bereits 1995 Mitglied von Nitzer Ebb.

2007 und 2008 traten Nitzer Ebb auf Festivals und in Clubs auf. Im Jahr 2009 gingen sie wieder auf Tour mit vier Auftritten in Europa im Juni sowie sieben Konzerten in Amerika im November. Anfang 2010 waren Nitzer Ebb als Vorgruppe von Depeche Mode zu sehen. Parallel dazu führte sie ihre Industrial-Complex-Tournee auch als Headliner durch Europa.

Nitzer Ebb veröffentlichten am 22. Januar 2010 ihr aktuelles Album Industrial Complex.

Mitte 2011 tourten Nitzer Ebb zusammen mit der deutschen Band Die Krupps durch Europa und veröffentlichten zusammen mit dieser die auf 500 Stück limitierte EP Join in the Rhythm of Machines. Diese beinhaltet 4 Lieder, von welchen jeweils zwei von Nitzer Ebb und zwei von Die Krupps komponiert wurden. Die Lieder wurden jeweils von der anderen Band neu produziert. Die EP wurde nur auf der Tour verkauft und jedes Exemplar handschriftlich von beiden Bands signiert.

Im November 2012 erschien die erste DVD von Nitzer Ebb auf den Markt. Auf NE+HH: Live at the Markthalle ist das Konzert von Nitzer Ebb vom 29. Dezember 2011 in der Hamburger Markthalle zu sehen.

In der im Jahr 2012 andauernden künstlerischen Pause von Nitzer Ebb widmete sich Douglas McCarthy seinem Solodebüt, welches am 23. November 2012 unter dem Namen Kill Your Friends auf Pylon Records erschien.

Am 30. Juli 2018 wurde via der neuen Webseite Nitzer Ebb Produkt und der neuen Facebook-Seite bekannt gegeben, dass Nitzer Ebb / Nitzer Ebb Produkt in Gründungsbesetzung (Douglas McCarthy, Bon Harris, David Gooday) und dem zeitweiligen Mitglied Simon Granger zurück sind.

Eingeleitet wurde dieses erneute Comeback mit der Wiederveröffentlichung sämtlicher auf Mute-Records erschienenen Platten als Boxset (plus Bonusmaterial) auf dem Label Pylon-Records.

Ab Dezember 2018 bis in den Sommer 2019 ist eine Tour durchgeführt worden.

 

 

Interview aus dem Jahr 1988 :

 

“Was gilt für Dich als Zeitpunkt der Gründung von Nitzer Ebb?”

Nitzer Ebb : “Ich würde sagen 1983, damals war ich 17 Jahre alt und ich begann erstmals, einigermassen verwendbare Soundstrukturen zu komponieren.”

“Wie seid ihr dann an Mute Records herangetreten?”

Nitzer Ebb : “Es war eigentlich umgekehrt : Wir hatten auf unserem eigenen Label P.O.V.C. bereits 4 Platten veröffentlicht, zusammen mit Phil Harding, der ja wiederholt für Mute Records tätig war und ist. 1984 veröffentlichten wir damals unsere erste Maxi. Mute Records kontaktierte uns dann und sagte, ihnen gefiele unser Material und ob wir an einer Zusammenarbeit interessiert wären. Wir waren natürlich sofort Feuer und Flamme; Mute Records hat den besten Ruf in England, den man sich vorstellen kann. Außerdem wussten wir natürlich, dass Mute Bands wie DAF oder Liaisons Dangereuses in England bekannt gemacht hatte und wir fanden, wir würden sehr gut in dieses Umfeld passen. Unsere erste Maxi, vorerst noch in loser Zusammenarbeit mit Mute Records, war dann “Murderous”, die im Jahr 1986 erschienen ist, seither auch nochmals neu aufgelegt wurde.”

“Als ihr dann endgültig zu Mute gewechselt habt, habt ihr euer altes Label aber weiter bestehen lassen?”

Nitzer Ebb : “Nur für eine kurze Weile. Jetzt da wir definitiv bei Mute Recods sind, lassen wir unser altes Projekt auslaufen. Wir behalten uns aber vor, jederzeit wieder etwas auf unserem eigenen Label zu veröffentlichen. Das ist auch der riesige Vorteil bei Mute Records : Du bist nicht auf Jahre hinaus an Verträge gebunden, sondern kannst ziemlich frei agieren.”

“Vor einer Weile habt ihr euch von David, eurem Drummer getrennt ... .”

Nitzer Ebb : “ Ja, das hatte verschiedene Gründe. David war mit uns zusammen, seit früher Schulzeit. Als dann Nitzer Ebb grösser und grösser wurde, zeigte es sich, dass David immer grössere Probleme bekam, Zeit für die Arbeit bei uns aufzubringen. Außerdem herrschte längere Zeit eine uns belastende Ungewissheit, ob David zur Armee gehen wollte oder nicht. Da er uns keine Garantie geben konnte, ob er durch die Armee für uns längere Zeit nicht mehr zur Verfügung stand, kamen wir überein, uns von ihm zu trennen, So waren wir frei und er ebenso.”

“Spieltet ihr vor Nitzer Ebb in anderen Gruppen?”

Nitzer Ebb : “Eigentlich nicht. Auch wenn der Name Nitzer Ebb vielleicht noch nicht bestand, spielten wir schon seit wir denken zusammen, haha! Am Anfang waren wir musikalisch gesehen mehr streunende Hunde. Wir probierten alles aus, was es an neuen musikalischen Wegen und Ideen gab. Wir spielten mit Werkzeugen und Metallstäben, wir hatten Gitarren - kurz, wir brauchten eine ganze Weile, bis wir einen eigenen Stil fanden.”

“Wie kamt ihr dazu, als Vorgruppe von Depeche Mode zu spielen? Hing das nur mit dem Umstand zusammen, dass ihr eine Mute Band seid, oder ... ?”

Nitzer Ebb : “Nein, gar nicht. Es waren Depeche Mode, die uns wollten. Wir kannten Depeche Mode schon lange vorher, da wir aus der gleiche Ecke, östlich London´s stammen.”

“Ihr spielt hier in Malmö auf einem Festival, das eigentlich von Euch abgesehen nur gestandene Rock-Bands - Marke Mainstream/Hardrock - enthält. Glaubt Ihr, hier überhaupt am richtigen Platz aufzutreten?”

Nitzer Ebb : “Ich denke ja. Die Leute auf diesem Festival sind glaube ich nicht gekommen um eine bestimmte Art von Sound zu hören, sondern weil sie lauten, heavy Sound hören wollen. Ich glaube wir unterscheiden uns extrem von anderen Hard-Electronic-Bands, gerade was unsere Auftritte anbelangt. Ich glaube dieses Festival ist auch eine gute Gelegenheit für Leute, die elektronische Musik nicht mögen oder Vorurteile dagegen besitzen, sich eines besseren belehren zu lassen.”

“Habt ihr das Gefühl, viele Depeche Mode Fans auf der Tour für Nitzer Ebb gewonnen zu haben?”

Nitzer Ebb : “Eine schwierige Frage. Vielleicht haben wir das gar nicht im Sinn gehabt. Ich glaube, es ist einfach wichtig, möglichst vielen Leuten klarzumachen dass es die unterschiedlichsten Auffassungen von zeitgemäßer, progressiver Musik gibt und ich denke, gerade Depeche Mode-Fans sollten sehr empfänglich für neue Sounds sein. Depeche Mode ist wohl eine der innovativsten Bands und die Leute, die ihre Musik hören, gehören eben zu den Menschen, die neuen Sounds gegenüber offen stehen. Wir glauben auch, dass - je älter du wirst - desto weniger wirst du dich einer Band verbunden fühlen. Der musikalische Horizont beginnt sich zu weiten und plötzlich entdeckst du, dass du etwas verpasst, wenn du nur immer eine Band hörst. Das gilt übrigens auch für unsere Arbeit. ich meine, es wäre sehr langweilig auch für uns selbst, jahrelang ewig den gleichen harten, treibenden Sound zu produzieren. Auch wir müssen uns verändern, um unser Publikum - und was noch viel wichtiger ist - uns selbst nicht zu langweilen. Unsere erste LP war sehr “strong”, hart und heavy. Unser nächstes Album wird ohne Zweifel mehr neue Stimmungen und Farbnuancen enthalten.”

“Softere?”

Nitzer Ebb : “Ja, in gewisser Hinsicht bestimmt. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns selbst verkaufen oder verraten, es stellt vielmehr eine ganz natürliche Entwicklung dar. Viele der Songs aus unserem letzten Album, stammen in ihren Grundzügen noch aus der Zeit, als wir 14 oder 15 Jahre alt waren. Wir stehen nachwievor zu den Songs und dem Album, aber mit der Zeit wirst du älter, lernst neue Dinge und neue Sounds kennen, und dein eigener Geschmack beginnt sich unweigerlich zu verändern. Es gibt Bands, die jahrelang Erfolg mit einem bestimmten Soundmuster haben und allein schon aus Image- und Verkaufsgründen niemals wagen würden, ihren Sound zu verändern. Wir sagen : Das ist wahrer Verrat an der eigenen Musik. Wenn du dich jahrelang selbst kopierst, nur um bestimmten Erwartungen deines Publikums zu entsprechen, obwohl man unterdessen am liebsten ganz anderen Sound machen wollte. Diese Bands sind zu bemitleiden. Nach wenigen Jahren werden sie sich kaputtkopiert haben, dass weder das Publikum noch sie selbst ihren Sound mehr hören können. Das versuchen wir zu vermeiden, indem wir völlig unbeeinflusst von Strömungen und Meinungen unseren Sound derart entwickeln, dass wir auch gefühlsmässig jederzeit voll dahinter stehen können.”

“Keine Gefühlskonflikte, wenn ihr plötzlich kommerzielleren Sound macht? Wenn Ihr Eure Musik macht, berücksichtigt Ihr da auch bewusst, kommerzielle Aspekte?”

Nitzer Ebb : “Grundsätzlich hängt es davon ab, ob eine Band von Seiten der Plattenfirma aus unter Druck gesetzt wird, eine kommerzielle Platte zu machen. Aber man kann nicht unterscheiden in Musik, die man machen will und Musik, die kommerziell ist. Wichtig ist vielmehr, dass sämtliche Musik, die du machst, einer ehrlichen Überzeugung entspringt. Musik, zu der du jederzeit stehen kannst, Songs an die du glaubst. Ich meine : was ist falsch an einem kommerziellen Song? Wenn du an einen Song glaubst, dann spielt es keine Rolle, ob er kommerziell ist oder nicht. Auch wir haben schon sehr früh sehr kommerzielle Songs geschrieben. Die B-Seite unserer zweiten Maxi “So Bright, So Strong” ist ein Popsong, und man kann sagen, dass wir schon von unserer zweiten Maxi an kommerzielle Musik gespielt haben, immer zusammen mit auch härterer Ware. Wobei : Auch härterer Sound muss nicht zwingend unkommerziell sein!

Es kann auch durchaus ein faszinierendes Unterfangen sein, eine Platte zu machen, die auf der einen Seite wirklich unkommerziellen Sound enthält, und auf der anderen Seite eine Art “Perfecto Pop”. Bei uns gibt es keinen Pop, der einfach Scheisse wäre oder zu intellektuell klingen würde. Sehr wenigen Leuten ist es jeh gelungen, den perfekten Popsong zu schreiben, einigen Leuten gelang es, nahe dran zu kommen. Aber auch dieser Versuch, sogenannten perfekten Pop zu schreiben, kann durchaus fazinierend sein und hat nichts mit Verrat am eigenen Sound zu tun.”

“Wie beurteilt ihr die Entwicklung der Band in der Zukunft?”

Nitzer Ebb : “Es kommt darauf an, wie wir in der Zukunft fühlen werden. Weil ... die Band und ihr Output basiert stark auf unseren Feelings. Wenn wir uns damit nicht mehr wohl fühlen, wie sich die Band entwickelt, dann würden wir sofort aufhören. Aber im Moment fühlen wir uns erstklassig und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das in den nächsten 2 bis 3 Jahren ändern wird. Also werden wir so weiterfahren, wie wir bisher gearbeitet haben, mehr kann ich auch nicht dazu sagen.”

“Was für Reaktionen erhieltet ihr in England auf eure allerersten Veröffentlichungen?”

Nitzer Ebb : “Da waren fast überhaupt keine Reaktionen. Es war damals eine ziemlich schlimme Zeit. Niemand wollte unsere Musik, oder überhaupt neue Strömungen in der Musik verstehen, wie z.B. Hip Hop oder neue Arten der Tanzmusik wie unsere. Die ganze Zeit war eigentlich musikalisch gesehen völlig ereignislos. Die ganze Szene trat auf der Stelle, war sehr regressiv. Ich denke erst heute beginnen die Leute in England unsere Art von Musik überhaupt langsam zu verstehen.”

“Gab es für euch einen bestimmten Zeitpunkt, wo ihr fandet euren Durchbruch erreicht zu haben?”

Nitzer Ebb : “Nein, ich denke wir haben ihn immer noch nicht erreicht. Wir hatten in der Vergangenheit mehrmals die Möglichkeit, ein bestimmtes Produkt in einzelnen Ländern wirklich groß herauszubringen, zu pushen und das selbe Problem mit der Presse hatte auch Front 242. Mit uns in England sehen wir das so : Die englische Musikpresse braucht zwingendermaßen immer eine Band, die man hassen kann. Und für die letzten 5 Jahre waren wir diese Band, haha!

Jetzt allerdings, wo gerade auch unsere älteren Platten in allen englischen Clubs ununterbrochen gespielt werden, wo Nitzer Ebb als “trendy” gilt, da kommen die gleichen Journalisten, die jahrelang vernichtend über uns berichtet haben plötzlich an und wollen diese Entwicklung schon lange vorausgesehen haben. Es kommt vor, dass derselbe Journalist uns in einer Woche völlig runter macht und in der nächsten Ausgabe seines Blattes findet er uns schlicht genial und will uns schon seit Jahren bewundert haben. Das ist mit ein Grund, weshalb uns England mittlerweile völlig egal und unwichtig geworden ist. Wir fühlen uns einfach völlig verarscht - deshalb konzentrieren wir uns viel lieber auf Europa und Amerika und damit vielleicht einen großen Treffer zu landen. Aber wir entwickeln uns lieber auf natürliche Weise; langsam und konsequent. Man muss auch dem Publikum Zeit lassen, sich mit einer Band oder einer bestimmten Musik “mitzuentwickeln”. Ich denke wir sind auch jetzt noch nicht bereit dazu, den ganz großen Erfolg heimzuholen. Ich meine : Wenn wir sehr schnell sehr großen Erfolg gehabt hätten, dann hätten wir wohl gefühls- und entwicklungsmäßig zwangsläufig nicht mithalten können und der Band wäre unter Umständen großer Schaden zugestoßen.”

“Eure Band und insbesondere euer Auftreten auf der Bühne gilt als sehr hart und extrem. Schon anderen Gruppen und eben auch euch wurde deshalb vorgeworfen, ihr würdet faschistisches Gebaren verherrlichen ... :”

Nitzer Ebb : “Wir können diese unverbesserlichen Kritiker einfach nicht mehr ernst nehmen - mittlerweile berührt es uns auch gar nicht mehr, wenn Leute das von uns denken. Wir haben schon so oft unseren Standpunkt dargelegt, aber die Leute wollen einfach nicht zuhören, sie wollen einfach die Politik unserer Band nicht verstehen respektive missverstehen. Unsere Art aufzutreten soll endlich als das akzeptiert werden, was es ist : Eine ganz bestimmte Art des Ausdruckes. Man kann es auch als starkes Image bezeichnen und wir sehen nicht, warum wir das ändern sollten.”

“Habt ihr eine Idee davon, welches spezifisches Publikum ihr in England ansprecht?”

Nitzer Ebb : “Nun, ich glaube es entspricht etwa dem Publikum hier in Schweden oder andererorts. Früher sprachen wir fast ausschließlich junge, vor allem männliche Jugendliche an, die die Schnauze voll hatten von Clichee beladener Muikwie Rock´n´Roll etc. Leute einfach, die endlich mal was Neues, klar verständliches hören und sehen wollten. Heute ist es mehr eine Mischung aus diesen Leuten aber auch den sogenannten “normalen” Discobesuchern, die auf Acid House oder Lyric Beats stehen; momentan die Sache in der englischen Szene. Viele mögen uns einfach, weil wir in diese Rubrik einfach reinpassen. Ich weißnicht, wie lange wir dazugerechnet werden, Tatsache ist aber, dass wir in solchen Kreisen gut ankommen.”

“Wo nehmt ihr Eure Inspiration her?”

Nitzer Ebb : “Nun, von überall. Aus sehr poppigen Platten, Funk, amerikanischen Einflüsse - die Palette reicht weit. Es gibt auch keine bevorzugte Bands von Nitzer Ebb. Wir hören alle unterschiedlichste Sounds. Ich persönlich mag Nick Cave sehr gut.”

“Woran - meinst du - liegt es, dass es heute immer mehr dieser Front 242 Gruppen gibt, Technobands?”

Nitzer Ebb : “Ich glaube, es hängt unter anderem auch damit zusammen, dass viele versuchen, ständig ihre Vorbilder zu kopieren. Viele verspüren mehr das Bedürfnis, individuelles zu produzieren. Es gibt nun mal viele Bands heutzutage, die Sampler, Sequenzer und Synthies benutzen, um ihre Gefühle, ihre musikalischen Ideen auszudrücken. Und leider gleichen sich allzuoft die einzelnen Bands untereinander stark. Ich denke, die ganze Entwicklung im Technosektor befindet sich ziemlich am Anfang. Wirklich neue musikalische Wege in diesem immer noch neuen Sektor der Musik, beginnen sich erst jetzt richtig zu entwickeln. Wir befinden uns immer noch in einer experimentellen Anfangsphase und völlig neue Ebenen in den Möglichkeiten der neuen technischen Hilfsmittel, müssen erst noch erschlossen werden. Trotzdem finde ich, dass es eigentlich keine wirklich schlechten Technobands gibt.”

“Wo denkt ihr kommt euer Sound im Moment am besten an?”

Nitzer Ebb : “Das ist nicht schwer zu erraten. Auf unserer Tour mit Depeche Mode, wo wir in wirklich großen Hallen spielten, war der Empfang und die Reaktion des skandinavischen Publikums eindeutig ein Höhepunkt der Tour. Aber es hängt nicht mal unbedingt davon ab, ob ein Volk besonders empfänglich für unsere Musik ist oder nicht. Es kommt vielmehr darauf an, wie leicht die Leute in einem Land allgemein zu begeistern sind. Ich denke Völker wie Spanier oder die Franzosen sind weitaus leichter zu begeistern als zum Beispiel Deutsche oder Engländer. Jedenfalls freuen wir uns auf unsere erste ausgedehnte eigene Tour, die wir nach der Veröffentlichung unserer neuen LP kurz vor Weihnachten starten werden.”

“Erhebt ihr den Anspruch, den Leuten mit eurer Musik eine bestimmte “Message” vermitteln zu wollen?”

Nitzer Ebb : “Ich denke in gewisser Hinsicht schon. Wir finden einfach, die Leute sollten mehr positiv denken und mehr nach ihrem Gefühl handeln, statt auf die Umgebung zu achten. Wir vertreten den Standpunkt, dass es nicht so wichtig ist, überall Erfolg und Anerkennung dafür zu ernten, was man tut. Wichtiger ist es daran zu glauben und dahinterstehen zu können, was man tut. Auch wenn man scheitert : Die Absicht ist wichtig, nicht Erfolg oder Misserfolg!

Bei Live-Auftritten sieht das etwas anders aus : Unser Ziel ist es, den Leuten Freude zu bereiten, sie zum tanzen und ausflippen zu animieren. Wir erwarten keineswegs, dass Leute still dastehen, unser Gehabe auf der Bühne beobachten und sich dabei vielleicht sogar noch Gedanken machen, was wir damit ausdrücken wollen. Das ist auch der Grund, warum wir Platten veröffentlichen. Die Leute sollen sich die Platten zuhause anhören und sich in Ruhe zuhause in ihrem Zimmer Gedanken zu machen - OK! - aber live bringen wir wirklich unser ganzes Können und unsere ganze Kraft ein, das Publikum zu unterhalten, die Leute zu einem Teil unserer Show werden zu lassen. Wir arbeiten so hart wie wir nur können auf der Bühne und wir erwarten eigentlich dasselbe von unserem Publikum drunten auf der “Tanzfläche”.”

 

 

Interview aus dem Jahr 1989 :

 

“Douglas, du bist die Röhre von NEP. Erzähl doch mal etwas über Sampling! Was hältst du davon?”

Nitzer Ebb : “Wir benutzen Samples seit 1984. Für uns ist es jedoch nicht die heilige Kuh wie für viele andere Bands. Wir arbeiten generell nur im Studio mit Samples. Andere Leute versuchen, das Sampling grösser zu machen, als es wirklich ist. Wir stehen auf unbekannte, ungewöhnliche Samples ... .”

“Bon, klär mich über den Namen Nitzer Ebb und eure Roots auf!”

Nitzer Ebb : “Also der Name ist eine Illusion. Es steckt keine Bedeutung dahinter. Wir wählten den Namen aus zwei Gründen : Wir arbeiten seit der Gründung von Nitzer Ebb mit einem Künstler zusammen. Dieser Typ ist verantwortlich für unsere Covers, Posters, Graphiken und eben auch für den Namen. Auch gestaltete er den visuellen Look von NEP. Der Name “Nitzer Ebb” schaute gut aus, als er ihn aufs Papier zeichnete. Er konnte graphisch alles damit machen. Das ist der erste Grund, weshalb wir diesen Namen wählten. Der Zweite war - die Szene in England war so schlecht, als wir anfingen, unsere Musik zu starten (nur Gitarrenpop und dieses verwaschene Zeugs). Wir wollten unbedingt vermeiden, dass die Leute merkten, dass wir aus England stammen. Deshalb wollten wir unbedingt einen kontinental- resp. europäisch klingenden Namen.

Roots : Als wir uns kennenlernten, hörten wir heavy Gitarren Bands wie : Bauhaus, Killing Joke und Birthday Party - all diese harten, lauten, lärmigen Bands. Jedoch hatten diese Bands nicht diese Sounds, die wir liebten. Unsere Idee war es, “Mororer-Sounds” (Giorgio Mororer, der österreichische Starproduzent. Anm. C.P.) zu vermischen mit harten Klängen der vorgenannten Bands. Dann stellten wir fest, dass es schon Bands gab, die diese “warmen” Electrosounds hatten, wie Human League und Depeche Mode. Wir versuchten dann, etwas zu finden, was dazwischen liegt. Dann tauchten die deutschen Bands auf wie DAF, Die Krupps, ... . Eine weitere Band, die uns stark beeinflusste, hiess Malaria. Das original Line-Up der Nitzer Ebb waren dann drei Schulfreunde. Das waren Douglas, David und meine Wenigkeit. Wir gingen alle in die selbe Schule. So hat alles angefangen ... .”

“Douglas, was fällt dir zu eurer Live-Show ein?”

Nitzer Ebb : “Wir finden, es ist wirklich wichtig, dass die Leute kommen, um uns zu sehen, damit wir den Leuten geben können, was wir alles haben an Energie. Wir geben den Leuten eine 100%ige Performance. Die Bands, die wir liebten, als wir noch jünger waren, waren alles Performance-Bands. Wir gingen immer wieder an diese Shows und waren richtig angeturnt, sowas einmal selbst zu machen. Wir merkten, dass die Leute an diesen Performaces Spass hatten. Wir fühlte, dass wie diesen Spass auf der Bühne umsetzen mussten. Wir packten 100%ige Energie in unsere Shows. Das Ganze ist sehr, sehr physisch. “Yeah!” Very, very physical! Wir reduzierten alles runter auf Percussion und Stimme. Der Rest kommt von einem speziell für unsere Live-Shows konzepierten Tape, damit wir uns auf der Bühne nicht mit Keyboards und dämlichen Akkorden rumschlagen müssen. Nur so kommt das physische Beinhart rüber!”

“Erzähl mir was über die Gegend, aus der ihr herkommt in England!”

Nitzer Ebb : “Alle Original-Bandmitglieder stammen aus Kleinstädten. Wirklich stille, nette Städtchen. Alle Leute gehen nach London arbeiten und kommen abends wieder in ihr Kleinstädtchen heim. Es ist eine konstruktive und reiche Gegend. Wir stauten also unsere ganze Energie in dieser Langweiligkeit an. Als die Band gegründet war, überklebten wir unsere Heimatstädtchen mit unseren Nitzer Ebb Postern und Propagandazettelchen und sorgten so in dieser Gegend für ungeheueres Aufsehen, haha!”

“Was bedeutet dir Literatur, Kunst?”

Nitzer Ebb : “Wir sind beeinflusst von gewissen Künstlern. Bon und ich haben da eine eigene Kommunikationsebene. Von der Band aus sind das Max Ernst, John Heartfield und natürlich die Dadaisten. Für uns ist das sehr interessant. Die dadaistischen “Drehkonzepte” imponieren uns sehr. In unserem ersten Album “That Total Age” und in unserem neuen Album “Belief” verfolgten wir akribisch diese direkte Image-Gestaltung, aber wir benutzen auch sehr gefährliche Image-Ideen. Wir wollen die Leute anregen, sehr intensiv nachzudenken. Vor allem müssen die Leute lernen, die Parodie zu erkennen. Es gibt immer noch Leute, John Heartfield sei ein Nazi, oder Nitzer Ebb sei eine Nazi-Band. Das stimmt überhaupt nicht.

Was die Literatur betrifft, so muss ich sagen, ich lese sehr viel und habe mit Bon auch einen Austausch. Das beindruckendste,  was ich in letzter Zeit gelesen habe : “Das Parfüm” von Süsskind!”

“Was hältst du von Heavy Metal?”

Bon / Nitzer Ebb : “Wir diskutierten gerade gestern in der Band über Heavy Metal. Das komische ist, dass sich Heavy Metal in den letzten 15 Jahren überhaupt nicht verändert, oder gar weiterentwickelt hat. Nimm doch mal ein englisches Heavy Metal-Magazin in die Hand : Da siehst du 40-50 Bands abgebildet und alle haben diese billigen Gürtel, die dünnen Gummihöschen, diesen billigen Flitter, aufgerissene Jeans und T-Shirts an. Wir wunderten uns, über diesen einseitigen Gusto. Wir denken, die Leute können nicht mehr zwischen gutem und schlechtem Heavy Metal unterscheiden. Mötorhead aber z.B. bewundern wir, weil sie spassig sind, so hirnlos und eben richtig Rock´n´Roll!”

Douglas / Nitzer Ebb : “Für mich gibts da nur “Guns´n´Roses”. Der Rest kann eh zusammenpacken. Den richtigen Hardcore/Punk/Metal gibt´s sowieso nur in Los Angeles, resp. an der amerikanischen West Coast!”

“Eure Plattenfirma heisst “Mute”. Berichtet etwas über dieses Label.”

Bon / Nitzer Ebb : “Als wir mit Musik anfingen, hatten wir unser eigenes Label. Finanziell war das aber nicht das Wahre. Es war auch keine Promotionpower vorhanden, weil wir ja auf diesen Gebiet Amateure waren und wohl noch sind. Wir hatten dann das Glück, direkt bei Mute einen Schallplattendeal zu bekommen. Es ist ein wirklich hervorragendes Label und wir sind sehr glücklich, einen kleinen Teil dieser Firma repräsentieren zu dürfen. Daniel Miller, der Besitzer und Gründer von Mute, versteht seine Künstler von Grund auf, da er selbst Musiker ist. Es gibt keine Probleme, wenn einmal im Studio das Geld unter Leistungsdruck ausgeht. Daniel kann mit Synthies umgehen und stellt uns sein Equipment auch mal zur Verfügung. Bei Mute wird auch keine Band vergewaltigt, man ist in seiner Kreativität ungestört, also nicht wie bei den grossen Companies, die einem alles vorschreiben und dich “marktgerecht” verscherbeln wollen. Wir sind mit “Mute” sehr, sehr zufrieden und mit Daniel Miller gleich noch mehr. Er ist für uns eine Art Guru mit seinem musikalischen Hintergrund und seiner Geschichte.”

“Hallo Julian! Du bist der Stage-Drummer. Ich sah dich während des Soundchecks Skateboard fahren. Erzähle!”

Nitzer Ebb : “Ich fahre schon seit 10-12 Jahren Skateboard. Bon und Douglas haben noch eine längere Skateboarderfahrung. Wir lernen uns vor 6 Jahren während dem Skateboardfahren kennen. Für uns bedeutet das Skateboardfahren relaxen und eine Bewegungslust ausleben. Es steht keine “Philosophie” hinter dem Ganzen. Bon, Douglas und ich wollen einfach “fun” und mit den Boards herumalbern.”

“Was haltet ihr von den neuen Trends “House Music”, “Acid House”, “Deep House” und den Hitparaden?”

Douglas / Nitzer Ebb : “House hat uns ein wenig überrascht. Plötzlich gab es auch andere, die hypnotische, repetitive Basslinien, reduzierte Rhythmik etc. produzierten. Am Anfang war es gut, dass es andere Bands gibt, die jetzt in diese Richtung gehen. Leider wurde aber House ein weiteres Marketingspielzeug der großen Companies und gewisser Produzenten, welche jetzt ans große Geld rankommen wollen. Viele Bands, welche nicht viel Charakter haben, wollen eben jetzt diesen Housesound oder wie auch immer Sound, und da wird es eben kritisch. Ich bin da sehr skeptisch!

Charts : Charts sind Charts. Popcharts sind gut. Es hat da Platz für die Poparts eben. Pop ist was simples und schnelles. Man sollte Pop nicht hochjubeln, wie das viele Major Companies machen. Die führen sich manchmal päpstlicher auf als der Papst!”

“Was hält ihr von Waffen, Militär, Gewalt?”

Nitzer Ebb : “Mit dieser Frage werden wir oft konfrontiert, aus dem einfachen Grund, wie wir auftreten. Wir gehen von der Bühne aus mit einer positiven Aggression auf´s Publikum los. Also wie ein Springter, der sich mit einer positiven Aggression auflädt, um so beim Spurt zu siegen. Einige Leute deuten aber unser Auftreten als Aufruhr und Gewalt. All diese Leute sollte man auf die Ledercouch legen und von einem Psychiater behandeln lassen. In England hat es jetzt mehr Gewalt auf den Strassen und zwar wegen dem sozialen Gefälle. Die unteren Schichten haben eine Art nihilistisches Trauma. Waffen : Diese Frage über Waffen ist eine komplexe Frage. Man muss da in die Vergangenheit zurückblenden. Wie hat sich der Mensch entwickelt!?! Es waren immer Waffen im Spiel. Ein körperlich schwacher erfand in seinem Kopf eine starke Waffe, um einen körperlich starken Menschen mit einer wirkungsvollen Waffe zu besiegen. Darwin lässt Grüssen! Ich denke, Waffen werden immer in dieser Welt sein, unglücklicherweise. Man muss sich eben selbst schützen. Leider artet dies auch wieder in “Big Business” aus. Die Amis verkaufen Waffen an den Iran. Wir Engländer erkaufen Waffen an die Argentinier, welche sie dann im Falklandkrieg gegen uns selbst einsetzten. Es ist wie in einer Plattenindustrie : Anstatt einer neuen LP, bringt die Rüstungsindustrie ein Lasergewehr heraus. Die kleinen “Stellvertreterkriege”, welche geführt werden von den großen Nationen, dienen nur zum Ausprobieren von neuen, sogenannten “konventionellen” Waffen. Die ganze Frage nach Militär und Waffen empfinde ich als äußerst zynisch! In allen Kriegern wurde Geld verloren, Geld geraubt, Geld erpresst, Geld, Geld und nochmals Geld. Zum Kotzen!”

“Was hätst du von Organisationen wie “Greenpeace”?”

Douglas / Nitzer Ebb : “Das ist eine sehr positive Bewegung. Ich selbst bin letztes als Mitglied beigetreten. Der Kampf gegen Industrie- und Geldlobby ist schwer und braucht unsere Unterstützung. Die Greenpeace-Leute haben alle Ideologien überwunden und kämpfen für das nächste Jahrtausend.”

“Was denkst du von Chomeni?”

Douglas / Nitzer Ebb : “Grundsätzlich ist der Fundamentalismus eine interessante Erscheinung. Auch die Worte gegen Kapitalismus und Korruption. Jedoch intern in diesem System gärt es auch. Jeder will sich intern eben doch nur Privilegien schaffen. Dann kommt der alte Kreislauf ins Rollen. Revolution - Gegenrevolution - Restauration - Korruption, etc. etc.. Auf dem “Belief”-Album haben wir uns eingehend über dieses Thema ausgelassen. Der Islam ist die schnellst wachsende Religion der Welt. So schnell wie sie auch wächst, so schnell spaltet sie sich selbst in gemäßigte, radikale, fundamentalistische und andere Gruppen. Was ich daran nicht mag : Man kann nicht frei denken und sich nicht frei bewegen. Das stösst mir beim Islam sauer auf!”

“Was ist dein größter Wunsch für 1989?”

Bon / Nitzer Ebb : “Mein größter Wunsch ist eine Tour durch die USA machen zu dürfen. Wir hätten schon mit Depeche Mode gehen können. Die US-Behörden gaben uns aber im letzten Moment die Visas nicht. Wir hatten die Promotion und alles perfekt vorbereitet und konnten dann nicht gehen. Wir werden aber auch nach Japan und Israel gehen, dieses Jahr. Ein anderer Wunsch ist, dass wir unsere eigene Live-Produktion haben, damit wir nicht immer in jeder Stadt irgendein nicht mehr funktionierendes P.A. mieten müssen. Dann sind wir in Planung für das dritte Album. Mein Wunsch ist es, dass es mindestens so gut wird wie das zweite Album.”

“Wie ich hörte, war euer Tourmanager Steev Toth über Nacht im Knast?”

Douglas / Nitzer Ebb : “Nun ja, fast! Er wurde heute morgen um 7 Uhr verhaftet, weil er vor zwei Jahren irgendeine läppische Hotelrechnung nicht bezahlt hatte. Es war ein schwerer Tag. Eine halbe Stunde nach seiner Verhaftung, rief mich meine Freundin an und eröffnete mir, sie werde mich verlassen. Es war eben einer dieser Tage ... . One of those days, just one of those days ... .”

 

 

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